Im Jahr 2025 hat unser Verein vieles erfolgreich zum Abschluss gebracht und einigen Neuanfänge gewagt: Wichtige Verträge und Regelwerke - die Basis für den weiteren Bestand und Betrieb des Quartierhofs - sind unterzeichnet. Zuallererst wären das die Verträge mit Grün Stadt Zürich (GSZ) für die Parzelle mit dem Hofgebäude und das vom Quartierhof genutzte Umland. Es sind fünf Pachtverträge und ein Gebrauchsleihevertrag für die Dreieckswiese, die nicht der Stadt gehört.
Endlich konnten auch die angepassten Bio-Richtlinien für den Quartierhof mit GSZ festgeschrieben werden. Sie tragen den Namen «Quartierhof-Öko-Standard», und so sollten sie von uns Vereins-Mitgliedern künftig auch genannt werden. Weiter ist das Pflegekonzept im Auftrag von GSZ aktualisiert und an die Bestimmungen der Pachtverträge und des «Quartierhof-Öko-Standards» angepasst worden.
Von besonderer Bedeutung ist der Abschluss des Soziokulturvertrags für die Vertragsperiode bis 2030: Dank dieses Vertrags erhält der TQW für seine soziokulturellen Leistungen erhebliche finanzielle Beiträge von der Stadt Zürich. Zudem haben wir die Arbeiten am Organisations- und am Spesenreglement abgeschlossen.
Abschlüsse in etwas anderem Sinne sind die Auflösung der Arbeitsgruppe Querbeet und der Rücktritt von drei verdienten Vorstandsmitgliedern. Hauptsächlich um diese Vorstandsmitglieder zu verabschieden und neue Vorstandsmitglieder zu wählen, fand am 24. September 2025 eine ausserordentliche Mitgliederversammlung statt.
Fast wie ein Neuanfang fühlte sich dieses Jahr das Endes der «Umbaustarre» an: Die Sanierung des Hofgebäudes verzögert sich wegen Rekursen um mindestens zwei Jahre, weshalb wir den Betrieb wieder voll hochgefahren haben. Statt einer erwarteten Pause feierten wir ein Frühlings- und ein Mostfest. Dieser unerwartete Freiraum erlaubt es uns, die Vereinsziele wieder aktiv zu verfolgen und unsere Finanzen weiter zu stabilisieren.
Neu angefangen haben die drei Vorstandsmitglieder Sahar Palombo, Jonas Zaman und Michael Berger. Mit neuen Ansichten und Perspektiven haben sie ihre Ressorts angetreten und werden sie dementsprechend gestalten. Neu angefangen hat auch die Werkstattgruppe: Sie hat auf dem Hof eine Holz- und Metallwerkstatt eingerichtet und schon Einiges erneuert, zum Beispiel die Veloständer oder die Sammelstelle für Recyclingmaterial.
Neu ist der TQW im letzten Jahr beim kantonalen Landwirtschaftsamt als beitragsberechtigter Landwirtschaftsbetrieb gemeldet und unser Verein ist dem landwirtschaftlichen Vernetzungsprojekt Zürichberg/Witikon beigetreten. So konnten wir erstmals Direktzahlungen für die Förderung von Biodiversität und Landschaftsqualität beziehen.
Auch vieles Praktisches hat den Vorstand beschäftigt: Unter anderem die Frage, wie mit dem auf dem Hof anfallenden Mist umgegangen wird, um Gewässerschutzvorschriften einzuhalten und den ökologischen Leistungsnachweis zu erbringen. Er hat Massnahmen gegen die Verschmutzung von Heu durch Taubenkot evaluiert, mit der Aktualisierung des Sicherheitskonzepts begonnen und sich mit der Zusammensetzung seines Maschinenparks beschäftigt.
Annemarie Sandor
Präsidentin
Der Wynegg-Garten ermöglicht Menschen aus dem Quartier, Gemüse für den Eigenbedarf zu ziehen und sich an diesem wundervollen Ort im direkten Kontakt mit Natur und Menschen inspirieren zu lassen.
Wir sind eine bunte Mischung von Altersgruppen, Lebensumständen und Erfahrungen. Gemeinsam ist uns die Faszination für das Gärtnern im Einklang mit der Umwelt und für die nachhaltige Freizeitgestaltung auf dem Quartierhof. Wir orientieren uns an den Richtlinien der biologischen Landwirtschaft, bewegen uns bevorzugt mit Muskelkraft und helfen uns gemeinsam selbst.
Ein besonderer Höhepunkt dieses Jahr war das Frühlingsfest, zu dem wir eine vegetarische Tavolata und Gartengeschichten nicht nur für Kinder beisteuerten. Lasst uns gemeinsam den Wynegg-Spirit pflegen und weiter wachsen lassen!
Trotz eines verzögerten Starts aufgrund des verschobenen Umbaus des Quartierhofs war 2025 ein sehr erfolgreiches Jahr.
Wir freuen uns über die Verstärkung unserer Arbeitsgruppe durch zwei neue Mitglieder. Sie fühlen sich als neue Personen auf der Wynegg sehr wohl, alle sind freundlich und hilfsbereit und bleiben gerne für einen Schwatz stehen.
887 Kinder und 127 Erwachsene besuchten im Rahmen von 48 Workshops den Quartierhof Wynegg. Es ist schön zu erleben, wie begeistert die Kinder z.B. beim Mosten dabei sind. Sie arbeiten nicht nur gerne an den Pressen, sondern sammeln auch mit Begeisterung die Äpfel. Das Verfüttern des Tresters an die Wollschweine ist jedes Mal ein Highlight.
Anlässlich des Frühlingsfestes entwickelten wir neu einen Sinnesparcours, der von den Kindern mit viel Freude absolviert wurde. Die schön gestalteten Postenpässe wurden mit Stolz nach Hause genommen.
Im Frühling durften wir gleich mehrere Geburten erleben - jedes einzelne Mal ein besonderes Ereignis auf unseren Weiden. Einige Lämmer brauchten dabei ein wenig zusätzliche Fürsorge, darunter das frisch geborene «Radiesli», das wir mit Wärmeflaschen und Milchschoppen aufpäppelten. Die Jungmannschaft bereitete uns insgesamt viel Freude, besonders wenn sie ihre ausgelassenen Luftsprünge zeigten.
Auch heute noch halten uns die jungen Schafe auf Trab - vor allem, wenn sie wieder einmal ausbüxen.
Ein Highlight für viele grosse und kleine Hofbesucher:innen war das Schären im Frühling und Herbst. Gleichzeitig brachte das Schafjahr 2025 auch Herausforderungen mit sich: Einige Tiere verbrachten sogar ein paar Tage im Tierspital. Zum Glück sind inzwischen alle wieder gesund und geniessen auch zum Jahresende die saftigen Wiesen der Wynegg.
Wie jedes Jahr mähten wir den Blumenwiesenstreifen im Sommerhalbjahr fast täglich mit der Sense, damit sie vom März bis November blüht, und wir pflegten die Kleinstrukturen (Teich, Ast- und Steinhaufen, Trockensteinmäuerchen, Hecken und vieles mehr).
So freuen wir uns über die wachsende Vielfalt einheimischer Kräuter, Kleintiere wie das Hermelin, Schmetterlinge und seltene Insekten. Wir besuchten auf dem QuarTierhof Höngg die Arbeitsgruppe Biodiversität und Permakultur im März und genossen den Rundgang über das bezaubernde und vielfältig gestaltete Gelände.
Der Effekt dieses Austauschs: neuer Schwung für die zeitgemässe Pflege des Wynegg-Areals. Am Sonntagsgrill im Juli kamen sie dann zu uns auf die Wynegg und wirkten bei unserer jährlichen Neophytenschulung mit, die auch von Wynegg- und Puraverduramitgliedern geschätzt wird.
«In der Pony- und Muligruppe lernen wir alles, was dazugehört, wenn man von einem eigenen Pferd, Muli, Esel oder Pony träumt. Besonders Selbstständigkeit, da wir alles selber organisieren und planen. Wir sind bei jedem Wetter auf dem Hof und kümmern uns gut um die Ponys.
Dazu gehört Dundee, unser Haflinger-Opa, der immer noch fit ist und gerne Bodenarbeit macht. Mit Nasi macht das Kuscheln am meisten Spass, nur wenn es eine Ausbruchsmöglichkeit gibt, entgeht ihm diese nicht. Falur liebt lange Spaziergänge und Ritte. Und dann haben wir noch unsere Mulidame Mara. Sie wirft manchmal einen bösen Blick auf den Striegel, doch während dem Spaziergang ist sie motiviert und unerschrocken.
Wir erleben viele Dinge auf der Wynegg. Etwa als uns Mara abgehauen ist. Gerade als wir uns auf einen schönen Spaziergang mit Mara freuten, büxte sie aus und wir rannten eine halbe Stunde über die Wiese, um sie wieder einzufangen. Danach mussten wir gar nicht mehr mit ihr spazieren gehen :). Das hört sich vielleicht anstrengend an (was es sicher auch war), aber trotzdem können wir heute darüber lachen. Mit Dundee, Mara, Falur und Nasi verbringen wir viel Zeit und haben sie alle sehr lieb.»
Eve, Alma und Uma
Wie immer beim Gärtnern war auch das Jahr 2025 auf dem Pflanzblätz geprägt von Lust und Frust, doch das Süsse überwog: Noch nie wuchsen die Rüebli so gut wie letztes Jahr. Aus dem Kraut gab’s Pesto, die knackige Süsse der Wurzeln genossen wir frisch gezogen und im Regenfass gewaschen.
Die Süsskartoffelernte fiel mager aus – die Nachbarschaft mit dem Zuckermais scheint ihnen nicht behagt zu haben. Letzterer hingegen entwickelte sich vielversprechend, beim Ernten mussten wir dann aber feststellen, dass die Krähen schneller waren. Wir mögen es ihnen gönnen.
Die Erdbeeren trugen reichlich Früchte. Wir teilten sie mit den Schnecken. Das Gartenjahr beendeten wir in froher Runde bei Kürbis-Yakonsuppe, und den Winter überstehen wir mit süssem Rosenkohl.
2025 war ein ruhiges Hühnerjahr. Wir erwarteten den Wynegg-Umbau, deshalb verjüngten wir die Hühnerschar nicht. Unsere alten 20 Hennen legen alle paar Tage ein Ei, nicht viel, doch jedes Ei ist ein Essgenuss.
Der alte Hahn wacht über die Appenzellerspitzhauben Hennen und übernachtet mit ihnen gerne mal draussen in der Höhe.
Der gesprenkelte Junghahn sorgt sich um die restliche bunte Hennenschar.
Wir freuen uns im 2026 wieder Bibeli aufwachsen zu sehen.
Die Wollschweingruppe hat viel Neues ausprobiert im Jahr 2025: Seit dem Sommer übernehmen Automaten die Schweinefütterung am Morgen - entwickelt haben wir diese zusammen mit der Werkstattgruppe. Anstelle unseres Spanferkels gabs am Sonntagsgrill frische Bratwürste und Burger - ein grosser Erfolg!
Mit nur drei Tieren hatten wir 2025 den kleinsten Tierbestand seit Jahren. Trotzdem konnten wir eine zweitägige Metzgete durchführen. Statt Spanferkel oder Würste gibt es deshalb im Sommer Flammkuchen am Sonntagsgrill. Der Tierbestand auf dem Hof ist eher hoch, weshalb wir entschieden haben, künftig maximal vier Jungtiere pro Jahr aufzuziehen.
Hallo Welt! Ein engagiertes Team aus Tüftlern und Macherinnen durfte in der zweiten Jahreshälfte auf dem Quartierhof eine kleine Metall- und eine grössere Holzwerkstatt einrichten. Ein 3D-Drucker ist auch dabei, weshalb deiner Entwicklungs- und Bastelfreude ab 2026 kaum mehr Grenzen gesetzt sind.
Alle, die gerne fräsen, bohren, leimen, dübeln, konstruieren, schweissen und schrauben, sind herzlich willkommen!
Das Weinjahr 2025 war wechselhaft: Auf ein warmes Frühjahr folgten Hagel und Starkregen. Ein sonniger September rettete die Qualität und bescherte uns trotz unterdurchschnittlicher Mengen einen charakterstarken, aromareichen Jahrgang mit stabilen Säurewerten.
Im März füllten wir rund 770 Flaschen Kerner und Rosé (2024) ab. Danke des verschobenen Umbaus des Quartierhofs fanden ein Frühlingsfest, Sonntagsgrills und das Mostfest statt. Diese boten ideale Gelegenheiten für geselliges Beisammensein und den direkten Weinverkauf.
Trotz Traktorausfalls verlief die Lese im September erfolgreich. Wir ernteten Kerner (89 Öchsle) sowie Pinot Noir für Schaumwein und Rosé (85 Öchsle). Die späte Hauptlese brachte weitere 945 kg mit beachtlichen 90 Öchsle – ein vielversprechendes Ergebnis dank grossem Teamgeist.
Der verzögerte Umbautermin brachte auch eine schöne Entwicklung mit sich: Wir haben die Gruppe wieder auf sechs grossen Tierschutzhasen erweitert. Mattis, Charlie, Coco, Lola, Fredi und Susi dürfen nun bis zu ihrem natürlichen Lebensende in unserem grosszügigen Gehege in Sicherheit und mit viel Zuwendung bleiben.
Mit ihrer zutraulichen Art berühren sie die Herzen der rund 100 Kinder und Erwachsenen, die sich um sie kümmern. Dabei entstehen wertvolle Begegnungen und echte Verbindungen, die allen Beteiligten viel Freude schenken.
Die Most- und Schnapsgruppe hatte 2025 den Abgang einiger wohlverdienter Mitglieder zu verkraften. Jetzt stellt sie sich neu auf und sucht Menschen, die gerne bei der Apfelernte, beim Mosten und beim veredeln des Tresters zu Hochprozentigem mithelfen. Auch sind Menschen gefragt, die gerne solche gemeinsame Arbeiten organisieren.
Der Vorrat an hochwertigen Spezialitäten ist noch immer gross und wird gut nachgefragt; seis am Seefeldfest oder in Gourmetgeschäften in der Stadt. Wer Lust hat, das Vetriebsnetz zu pflegen, ist auch sehr willkommen in der Gruppe.